Als der Tiger noch Pfeife rauchte…


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Workshop und anstehende Veränderungen

Eigentlich sollte ich zwar gerade meine letzten Hausarbeiten beenden und für die Midterms lernen, aber ich dachte ich lasse wenigstens mal ganz kurz was von mir hören.

Vor ungefähr drei Wochen war ich mit meinen Kollegen von Kisti auf einem Workshop. Vorher hatte ich mir das Ganze etwas arbeitslastiger vorgestellt, im Endeffekt enthielt der Workshop dann aber keinen besonders großen „work“-Anteil. Aber ich will mich ja nicht beschweren, es war so ziemlich genau das, was ich in diesem Moment brauchte: eine Pause vom doch ziemlich stressigen Alltag. Wir haben zwei Tage (und eine Nacht) in einem Ski-Resort in JeongSun verbacht, was ich ziemlich abgefahren fand, sowas kenne ich sonst gar nicht. Jedenfalls war es da wirklich hübsch, und es war schön, meine Kollegen mal etwas näher und außerhalb der gewohnten Umgebung kennen zu lernen.
Auf dem Rückweg haben wir noch einen Zwischenstopp an Koreas tiefstem See gemacht, inklusive Schifffahrt bei traumhaftem Wetter.

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Außerdem habe ich heute für mich doch ziemlich überraschende Neuigkeiten bekommen. Meine Vermieter/Nachbarn haben das Haus verkauft und ziehen aufs Land. In einer Woche. Wohntechnisch ist es kein Problem: der Vertrag bleibt bestehen, daher darf ich auch hier wohnen bleiben. So ganz unbesorgt bin ich aber nicht. Ich weiß ja nun absolut nicht, was mich da erwartet mit den neuen Nachbarn. Zwar ist meine Wohnung schon abgetrennt, aber trotzdem gibt es noch relativ viel Raum, in dem man sich dann doch zwangsweise täglich über den Weg läuft.  Außerdem bin ich schon auch ein bisschen traurig, dass damit auch meine Lieblingshündin auszieht, mit der ich mich mittlerweile wirklich bombig verstehe.

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Aaaber ich habe auch was, worauf ich mich freuen kann, am Freitag bekomme ich nämlich Besuch aus Deutschland, von der lieben Mareike. Ich bin schon ganz aus dem Häuschen, wir haben auch ein paar Ausflüge geplant. Unter anderem werden wir auch nach Seoul zu Mari fahren. Da gibt es dann aber noch mehr Berichte drüber hinterher, für heute war es das von mir, die Pflicht ruft.

🙂


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Erst die Arbeit, dann das Spiel.

Mittlerweile kehrt bei mir ganz langsam der Alltag ein. Zwar gibt es immer noch ein paar Kleinigkeiten, die noch nicht vollkommen durchgeplant oder abgeschlossen sind, aber seit heute habe ich beispielsweise auch endlich ein Konto und eine koreanische Handynummer (inklusive überdimensionalem Smartphone, wie sich das gehört). Damit musste ich ja warten, bis die Alien Registration komplett abgeschlossen war. Netterweise wurde der entsprechende Ausweis sogar an das Sekretariat meines Fachbereiches geschickt, sodass wir nicht nochmal losfahren mussten, um ihn abzuholen. Wirklich sehr praktisch. Dafür habe ich einen großen Teil des Nachmittags damit verbracht, meinen Namen gefühlte tausendmal auf verschiedenste Formulare zu schreiben.

Da fällt mir ein: mittlerweile habe ich ja auch eine dauerhafte Adresse, wer die haben möchte, darf sich also bitte bei mir melden.

Meine Wochen setzen sich jetzt aus drei Hauptbestandteilen zusammen: Koreanischunterricht, Vorlesungen und KISTI. Der Koreanisch-Kurs findet jeden vormittag von 9 Uhr bis 12 Uhr statt. Soweit ich das verstanden habe ist er auch eigentlich auf Studenten ausgelegt, die erstmal Koreanisch lernen wollen um dann später hier zu studieren, dementsprechend ist auch der Arbeitaufwand geplant. Ich finde das Unterrichtstempo ziemlich angenehm. Wir lernen viel, aber es ist immer nur so viel, dass man es sich auch merken kann. In der Summer School fand ich es teilweise schon ein bisschen zu schnell und habe zum Ende hin auch vieles nicht mehr verstanden, weil Koreanisch auch die Unterrichtssprache war. Das ist zwar jetzt auch noch der Fall, aber die beiden Lehrerinnen die nacheinander unterrichten erbarmen sich durchaus auch mal dazu, soweit möglich manches auf Englisch zu erklären. Meine Gruppe besteht aus einer Japanerin, einem Amerikaner und einer ganzen Menge Chinesen, alle sehr nett. Auch nach zwei Wochen habe ich aber immer noch Schwierigkeiten, mir die chinesischen Namen zu merken.

Aussicht auf einen Teil des Campus'

Aussicht auf einen Teil des Unigeländes

Mittags gehe ich immer mit der Japanerin essen. Danach fahre ich vier Nachmittage in der Woche zu KISTI, dem Forschungsinstitut wo ich Praktikum mache. Da habe ich aber erst diese Woche Montag angefangen, ich bin also noch hauptsächlich damit beschäftigt, mich mit dem Institut und dem Projekt vertraut zu machen. Außerdem besuche ich zwei „Vorlesungen“. Deshalb in Anführungsstrichen, weil es sich in beiden Fällen um Einzelunterricht handelt, da ich ja die einzige Hildesheimerin bin, die dieses Jahr das Double Degree macht. Das ist zwar etwas einsam, aber zum Glück sind beide Vorlesungen sehr spannend, daher habe ich sowieso keine Gelegenheit, das zu bedauern.

Hier noch ein paar Bilder vom Campus:

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Der Tiger ist das Wappentier der Pai Chai Universität, ich habe mittlerweile ungefähr fünf oder sechs Tiger-Statuen auf dem Campus verteilt entdeckt und ich würde wetten, dass das noch nicht alle sind.

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Hier sieht man ein bisschen, wie hügelig das Gelände ist.

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Das alles nimmt schon ganz schön viel Zeit in Anspruch, deutlich mehr, als ich von zuhause gewohnt bin, aber das bedeutet nicht, dass ich sonst nichts erlebe. Nur, dass ich etwas weniger schlafe.

Letzte Woche war ich einen Nachmittag mit MyongJae unterwegs. Zuerst waren wir im Expo Science Park, einer Art Freizeitpark, der glaube ich für die Expo die ’93 in Daejeon stattgefunden hat gebaut wurde. Anstelle von Fahrgeschäften gibt es einige Gebäude mit verschiedenen Technologien die präsentiert werden und eine Ausstellung, in der verschiedene Wissenschaftsbereiche im Zusammenhang mit Korea vorgestellt werden.

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Wir haben drei verschiedene kurze Filme gesehen: einen IMAX-Film, einen, bei dem man in so beweglichen Sesseln eine Verfolgungsjagd erlebt hat und einen animierten 3D-Film.

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Mit hat persönlich der 3D-Film am besten gefallen. Eigentlich bin ich da ja gar nicht so ein Fan von, aber die Animationen waren sehr sehr sehr gut und die Musik war sehr passend und alles war irgendwie sehr stimmig (und stimmungvoll). Was mich aber überrascht hat war, dass der ziemlich düster war, ein bisschen in die Richtung Endzeitszenario mit riesigen kämpfenden Robotern. Außer uns waren im Saal hauptsächlich Kinder. Wenn ICH diesen Film in dem Alter gesehen hätte, hätte ich danach einen Monat nicht schlafen können. Aber die sahen hinterher noch ganz fröhlich aus, also sind koreanische Kinder vielleicht härter im Nehmen als ich das damals war, wer weiß.

Dann waren wir in der Stadt was essen (und mir einen Reiskocher kaufen, sinnvollste Anschaffung überhaupt!) und sind danach wieder zum Expogelände zurück gefahren. Da waren wir dann noch in einer Art Park/Botanischer Garten, was einfach nur extrem schön war. Ich habe mich aber natürlich die ganze Zeit geärgert, dass ich ausnahmsweise(!) mal meine Kamera nicht dabei hatte.

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Als letztes sind wir dann noch über die Expobrücke (und wieder zurück) gelaufen.

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War wirklich sehr schön und auf dem Rückweg bin ich dann im Auto eingechlafen 😀

Soviel von mir, bis bald!

또 만나요!


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Kleiner optischer Eindruck

Heute mal ein bisschen weniger Gerede. Jetzt wo ich regelmäßig vor die Tür gehen kann sehe ich erst wirklich, in was für einem faszinierenden Land ich gelandet bin. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich erwartet habe, aber immer wenn ich draußen rumlaufe fällt mir wieder auf, dass Korea wirklich ziemlich anders ist als alles was ich kenne, was die ganze Sache hier noch viel spannender macht. Ich sehe mich nicht in der Lage, zu beschreiben was ich hier sehe, deswegen gibts jetzt einfach nur ein paar Fotos, gegebenenfalls mit Kommentar.

Bitteschön:

Institut

Institut

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Kabel, Kabel, Kabel, überall Kabel

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Ungefähr jeder 2. Laden ist ein Imbiss oder Restaurant..

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Und zum Abschluss noch eine Handvoll Bilder von meiner wirklich ziemlich spektakulären Aussicht vom Dach aus:

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Und der Geisterhund beobachtet mich beim Fotos machen :D

Und der Geisterhund beobachtet mich beim Fotos machen 😀

Zum Schluss gibt es dann doch noch ein ganz bisschen Text, ich kann es mir nicht verkneifen. Ich war heute mit einer der Sekretärinnen der IT Institute bei einer Behörde, die wohl mit dem Einwohnermeldeamt bei uns vergleichbar ist (oder vielleicht nur für Ausländer? So ganz kann ich es nicht sagen..). Dort haben wir den Antrag für meine „Alien Registration“ ausgefüllt, ich finde den Namen einfach nur so witzig, deswegen muss ich ihn immer mal einbringen. Jedenfalls war unser Taxifahrer auf der Rückfahrt ziemlich witzig und ich konnte soger ein ganz paar Worte mit ihm auf Koreanisch reden, Riesenerfolg! Er wollte unbedingt wissen wo ich herkomme und was ich hier schon alles gegessen habe, sind ja auch vitale Informationen.

Soviel von mir für heute, ich gehöre dringend ins Bett!


Ein Kommentar

Abschied, Neue Wohnung und ICH KANN WIEDER LAUFEN!!

Zuerstmal war am Donnerstag die Abschlussveranstaltung der Summer School. Das Ganze fand im 8. Stock eines ziemlich schicken Hotels statt, was schon irgendwie ziemlich cool war. Weil die Anderen den Tag über in so einem traditionellen Dorf waren und von da aus direkt hingekommen sind, musste ich mal wieder einzeln mitgenommen werden. Das bedeutete, dass ich schon eine Stunde vor beginn da war und mir den Raum in Ruhe anschauen konnte.

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Als Erstes wurden ein paar Ansprachen gehalten, Urkunden vergeben und ein Video mit Bildern der letzten drei Wochen gezeigt. Ich war garantiert nicht die einzige, die dabei ein paar Tränchen in den Augen hatte. Es waren wirklich außergewöhnliche drei Wochen. Ich habe trotz (und teilweise wegen) meiner Verletzung viel erlebt und viele sehr spannende Menschen kennen gelernt. Nach dem Pflichtprogramm kam dann die Kür, eine „Talentshow“ mit verschiedenen Gesangs- und Tanzeinlagen, die alle entweder a) total genial oder b) total lustig waren. Auch die Pilots gaben sich die Ehre und tanzten den Tanz zu einem Lied, das hier gerade ganz groß ist (zu K-Pop kommt bei Gelegenheit auch noch ein eigener Eintrag).

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Auch das leibliche Wohl darf bei solchen Veranstaltungen nicht fehlen, deswegen gab es ein ziemlich gigantisches Buffet. Das „gigantisch“ kann ich nur aus dem schließen, was mir auf dem Teller gebracht wurde, weil ich immer noch unfähig war, mich mit irgendwas in der Hand fortzubewegen. Aber seht selber:

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Zum Abschluss wurden dann noch jede Menge Fotos gemacht, bis es zurück zum Campus ging und jeder sich auf die Abreise vorbereitete.

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Ich frage mich imme rnoch, wie ich es geschafft habe, innerhalb von drei Wochen, ohne dass ich viel rausgehen konnte, mein Gepäck schon deutlich zu vermehren. Trotzdem habe ich gerade noch so geschafft, alles in meinen Koffer, meinen Rucksack und mehrere Beutel zu verstauen (es graut mir jetzt schon vor dem Rückflug). Am nächsten Tag hat mich dann der liebe JiWoon (derjenige, der mich auch die ganzen Wochen über auf dem Campus herumgefahren hat) zu meiner neuen Wohnung gefahren und mir meine Sachen hochgetragen.

Eine neue Wohnung ist natürlich immer spannend, aber wenn auch das Land neu ist, dann bestimmt noch ein bisschen mehr. Ich weiß gar nicht so richtig, was ich noch dazu sagen soll. Es ist ziemlich anders, gefällt mir aber sehr gut.

Schlaf-/Wohnzimmer:

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Bad:

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Küche:

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Von der Küche geht auch meine Wohnungstür ab, die dann zu so einer Art halb überdachtem Innenhof führt, mit einer Treppe zum (Flach-)Dach. Da:10

wohnt dann auch die Süße:

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Weil ich ja immer noch nicht wirklich mobil war, brauchte ich dann auch Hilfe beim Einkaufen, was so aussah, dass ich derjenigen, die im September nach Hildesheim kommt, eine grobe Liste geschickt habe und sie für mich einkaufen war. Unter anderem habe ich jetzt einen 10kg Sack Reis, total gut, so einen wollte ich schon immer mal haben.

Auch schön and der Wohnung sind die Vermieter. Ein ganz liebes und fürsorgliches älteres Ehepaar, das auch direkt nebenan wohnt. Am ersten Tag war es schwierig für mich, weil die nur Koreanisch sprechen und ich wirklich fast gar nicht, mittlerweile haben wir aber eine ganz gute Koreanisch/Zeichensprache-Ebene gefunden um uns zu verständigen. Jedenfalls bekomme ich jetzt jeden Abend Besuch von der Ajumma((Begriff für ältere Dame, ganz wichtig hier) und sie cremt meinen Fuß mit so einer gelben und extrem lecker riechenden Paste ein, sehr fürsorglich, ich finde es richtig toll.

Heute war ich dann zum ersten Mal wirklich ohne Krücken unterwegs, das war einfach total toll. Nur rumlaufen, ohne sich Gedanken machen zu brauchen…

Als Ziel habe ich E-Mart gewählt, zum einen, weil mir noch ein paar Dinge eingefallen sind die ich brauche und zum anderen, weil ich da schonmal war und den Weg mit dem Bus ungefähr kenne. Ich bin zwar sowohl beim Hin- als auch Rückweg viel zu früh ausgestiegen, aber angekommen bin ich trotzdem. Ich habe ja die Vermutung, dass die Leute die mir unterwegs begegnet sind mich für etwas sonderbar hielten weil ich die ganze Zeit so gegrinst habe, aber naja.

Hinweg:

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Im E-Mart scheint sich europäisches Bier durchgesetzt zu haben:

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Und das letzte Bild ist auf dem Rückweg kurz vor meiner Haustür entstanden:

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Morgen werde ich mir die direkte Umgebung mal ein bisschen genauer anschauen, vermutlich gibt es dann auch Fotos 🙂

Nur die besten Wünsche von mir!!


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Arztbesuch, Taekwondo und endlich mal wieder was, wo ich mitmachen konnte.

Letzte Woche Donnerstag gab es wieder ein paar Spielchen in der Sporthalle, die ich aber diesesmal nur vom Zuschauerrang aus beobachten konnte. Das eigentlich interessante an dem Abend war aber, dass es der letzte Abend der Chinesen war. Die sind nämlich aus irgendwelchen Gründen, die uns keiner genau nennen konnte (oder wollte?), nur zwei Wochen geblieben. Und obwohl ich ja nicht mehr ganz so nah am Geschehen bin und bei vielen Ausflügen nicht mit konnte, gab es da schon einige, bei denen ich das wirklich schade fand. Am Freitag morgen habe ich von einer der Chinesinnen dann auch noch ein wirklich zuckersüßes Briefchen zum Abschied bekommen.

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Das Wochenende war ziemlich ereignislos, nur Sonntagabend habe ich kurz meinen Verband abgemacht um zu duschen, was sich als großer Fehler herausgestellt hat, danach tat es gleich deutlich mehr weh, ganz blöde Sache. Montag nach dem Unterricht bin ich dann nochmal zur Campus-Ärztin gefahren worden, um nochmal zu gucken und um meine eine Krücke reparieren zu lassen, ich kriege ja schließlich alles kaputt. Sie hat mich dann (nachdem meine Krücke wieder funktionstüchtig war natürlich) aber zu einem Arzt weiter geschickt um doch mal den Fuß röntgen zu lassen, der war nämlich ziemlich angeschwollen. Ich wurde mit dem Auto zum Arzt gefahren, und auf dem Weg musste ich ein wenig an die Uni denken, hauptsächlich an das Thema „Navigationsgeräte in anderen Kulturen“. Was sich in dem Auto befand war nämlich mehr mit einer Unterhaltungs-Einheit als mit einem Navigationsgerät vergleichbar. So bekam ich die ganze Fahrt über K-Pop Videos zu sehen wärend ich mich darüber wunderte, wie der Fahrer es schaffte, dass wir trotz solch einer Ablenkung in noch keinen Unfall verwickelt waren.

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Beim Arzt war es dann auch ziemlich spannend. Die Praxis war deutlich funktionaler und weniger schick eingerichtet, als man das in Deutschland gewohnt ist. Das Röntgen lief wie gewohnt, mit dem kleinen Unterschied, dass niemand was dagegen hatte, dass die beiden Koreaner die mit waren (einer zum Fahren, einer zum Übersetzen) direkt daneben stehen blieben. Es stellte sich dann heraus, das mit dem Knochen wohl alles in Ordnung ist, sich im Fuß aber irgendwie was entzündet hat. Mir wurden jetzt nochmal 1-2 Wochen Fuß ruhig halten, Medikamente und eine Therapie verordnet. Der Arzt konnte zwar ein bisschen Englisch, die meisten Infos wurden aber über andere Leute überbracht, und mein Übersetzer ist das ganze etwas selektiv angegangen. So war ich etwas überrascht, als ich mich plötzlich auf einer Liege wiederfand, und direkt mit der Therapie losgelegt wurde. Die war dann ziemlich witzig irgendwie, also gut-witzig. Erst wurde was mit Wärme gemacht, dann massiert, und dann wurden so Dinger an meinem Bein fest gesaugt und irgendwie Elektrizität durchgejagt. Ich hätte da gerne Fotos gemacht, einfach um mal zu zeigen wie es aussieht, aber das kam mir dann doch nicht so angebracht vor. Unter anderem , weil hinter einem Vorhang immer zwei Liegen waren, und neben mir noch eine ältere koreanische Dame bearbeitet wurde. Jetzt nehme ich immer schön meine Medikamente, und hoffe, dass ich möglichst bald wieder fit bin.

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Am Dienstag, also gestern, standen dann nach dem Koreanisch-Unterricht zwei Aktivitäten auf dem Plan, und bei einer davon konnte ich sogar endlich endlich endlich mal wieder mitmachen. Ich war total glücklich. Zuerst war allerdings Taekwondo dran, wo ich nun wirklich nur zugucken konnte. Das war aber auch unterhaltsam.

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Die Japanerinnen haben für Fotos gepost wie die Weltmeister 😀

Bevor die eigentlichen Übungen losgingen, wurde erstmal was vorgeführt, was ich wirklich ziemlich beeindruckend fand:

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Als das zuende war, waren dann die anderen an der Reihe. Das war zwar weniger beeindruckend, dafür aber umso witziger 😀

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Mein persönliches Highlight war aber die nächste Aktivität, nämlich das traditionelle Basteln. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hat was gebastelt, danach wurde getauscht und jeweils das andere gemacht. Ich habe zuerst so einen Fächer gebastelt, das war ziemlich viel rumgeschmiere, also genau das richtige für mich.

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Das zweite waren dann so kleine traditionelle Holzfiguren, leider habe ich die Geschichte dazu nicht so richtig mitbekommen, weil ich am japanischen Tisch saß. Jedenfalls ist die eine Figur ein Junge aus unserer Welt und die andere ein Mädchen aus der Unterwelt und sie sollen Geister vertreiben, soweit ich das verstanden habe.

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Hübsch, nicht wahr? 😀

Heute Nachmittag habe ich mich dann mit dem koreanischen Professor, der für mich zuständig ist, und der Studentin, die im September nach Hildesheim kommt, getroffen. Hauptsächlich um zu besprechen, wie ich ab Freitag so klar kommen werde, weil ich ja immernoch nur entweder laufen, ODER was halten/tragen kann. An dieser Stelle ein kleines Anliegen an alle Hildesheimer: Sie ist sehr sehr nett und wird mir hier noch sehr viel helfen, kümmert euch gut um sie, sobald sie ankommt 🙂

Zum Schluss noch eine kleine Episode „kurioses, Dinge die ich interessant finde, Dinge die toll sind an Korea, etc.“

Neulich gab es Eis, einen riesigen Becher zum Teilen. Man kann hier Eis zum mitnehmen bekommen. Damit das nicht schmilzt während man es nachhause schleppt, bekommt man einfach ein Tütchen mit Trockeneis dazu. Die Idee finde ich dermaßen genial. Zum einen, weil man so das Eis super transportieren kann, was ansich schon cool ist, und zum anderen, weil ich ein Spielkind bin und Trockeneis ganz toll finde.

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Mehr von mir gibt es dann, sobald ich in meine Wohnung eingezogen bin!


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Korea: Was bisher geschah.

Nach dem ersten Kennenlernen ging dann am Montag auch schon das offizielle Programm los. Unter anderem fand eine Campusführung statt, was hier auch echt sinnvoll ist. Es ist überhaupt nicht mit Deutschland zu vergleichen, weder die Größe, noch die Architektur, noch sonst irgendwas. Weil ich das sowieso nicht vernünftig beschreiben könnte, gibt es einfach ein paar Fotos, bitteschön:

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Was man auf den Bildern nicht sieht ist, wie anstrengend diese Tour war. Das Wetter ist momentan echt gnadenlos, es ist super heiß und schwül. Zum Glück gibt es drinnen fast überall Klimaanlagen, sonst wäre es deutlich unerträglicher.

Abends gab es dann noch ein Essen zur Begrüßung, das war ziemlich gut. Insgesamt bin ich vom Essen hier echt begeistert, auch wenn es tatsächlich ziemlich viele scharfe Sachen gibt, was ich nicht unbegrenzt abkann. Genauer will ich da jetzt gar nicht drauf eingehen, dazu gibt es bei Gelegenheit (sobald ich mir die Namen merken kann…) mal einen einzelnen Eintrag. Momentan würde ich statistisch sagen, dass ich ungefähr 40% der Zeit absolut keine Ahnung habe, was ich gerade esse, 30% weiß ich zumindest, dass es sich um ein Gemüse oder eine Fleischsorte oder was auch immer handelt und die restlichen 30% sind dann „Oh, Reis, ich kenne Reis.“ oder „Ach guck mal, ein Ei“ oder so.

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Kimchi!

Kimchi: Dreh- und Angelpunkt der koreanischen Küche

Nun wäre es aber natürlich viel zu einfach, wenn alles nach Plan laufen würde. Am Dienstag waren dann einige sportliche Aktivitäten geplant. Dahinter verbargen sich alle möglichen mehr oder weniger alberne, zum Teil aber auch ziemlich witzige Spielchen. Da ich nun aber ein ausgesprochener Trampel bin, habe ich es genau bis zum ersten Spiel geschafft, bei dem ich dann zielsicher statt über lieber auf so eine Plastikrolle gesprungen bin und mir dabei den Fuß verdreht habe. Erst dachte ich noch „ach wird schon wieder“, wurde es aber leider überhaupt nicht. Ich bin dann von einem der Verantwortlichen mit dem Auto zur Campusärztin (ja, sowas gibts hier) gefahren worden. Was genau mit dem Fuß ist weiß ich leider nach wie vor nicht, aber was mir übersetzt wurde war, dass es nicht soo schlimm ist, ich ihn aber für 3-4 Wochen nicht belasten sollte, weil es sonst wohl schlimmer werden würde. Wie man sich sicher denken kann, kollidierte das etwas mit meinen Plänen, aber da kann man nunmal nichts machen. 

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Mittlerweile kann ich zwar meine Zehen wieder bewegen, weh tut das Ganze aber immernoch. Die erste Folge die diese Aktion hatte war, dass ich aus meinem Zimmer

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ausziehen musste, weil es mir nicht mehr möglich ist, in das Bett reinzukommen. Jetzt wohne ich im Flur so eines Zimmerblocks, was sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Zum einen habe ich hier Ruhe und muss mir nicht die ganze Zeit Gedanken um eine Person machen, die ich mit wer weiß was stören könnte und habe total viel Platz, zum anderen ist es aber irgendwie auch ein bisschen einsam.

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Glücklicherweise werde ich hier aber nicht meinem Schicksal überlassen, sondern es wird sich aufmerksamst um mich gekümmert und ich bekomme viel Besuch. Trotzdem kann ich den Tag an dem ich wieder richtig laufen kann nicht abwarten. Ich kann jetzt an den meisten Aktivitäten nicht mehr teilnehmen und brauche immer Hilfe um irgendwo hin zu kommen, unter anderem weil ich nur entweder laufen oder was halten kann.

Besonders unzufrieden bin ich damit, dass ich nicht mehr die Gegend erkunden und Fotos machen kann. Deswegen ist auf meinen Bildern statt sowas:

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jetzt nur noch sowas:

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drauf.

Eine Sache an der ich aber noch teilnehmen kann, weil sie hauptsächlich sitzen involviert und ich immer mit dem Auto hingefahren werde, ist der Koreanisch-Unterricht. Das ist ziemlich witzig. Ich kann jetzt alle Zeichen lesen und schreiben und mich vorstellen. Ich bin gespannt wie es weiter geht und wieviel Koreanisch ich nach einem Jahr kann. Einfach ist die Sprache nicht, vor allem die Aussprache, dafür aber total spannend.

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Ich habe aber auch gute Neuigkeiten, ich habe nämlich eine Wohnung gefunden. Genau genommen habe ich sie nicht wirklich selber gefunden, sondern es handelt sich um die Wohnung, in der das letzte Jahr über auch eine Teilnehmerin des Double Degrees gewohnt hat. Am 23. August , wenn die Summer School vorbei ist, ziehe ich ein. Besonders freue ich mich darauf, wieder eine Küche zu haben, das fehlt mir im Wohnheim echt. Die allabendliche Anwesenheitskontrolle um 23 Uhr stört mich eher weniger, aber das hängt bestimmt auch damit zusammen, dass ich eh nicht wirklich raus kann.

Zu guter Letzt noch eine kleine Kuriosität:

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Original Französischer Kuchen, Geschmacksrichtung „Grüner Tee“. Ist klar… 😀 (lecker ist er übrigens trotzdem)

Soviel von mir, ich gehöre ins Bett.

(Inga)

(Inga)


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Tschüß Deutschland, Hallo Korea und alles dazwischen.

Zuerst, für alle die es nicht eh schon mitbekommen haben: Ich bin gut angekommen.

Aber ein bisschen weiter von vorne:

Gestern ging es also los, meine Eltern und Manu haben mich liebenswerterweise nach Frankfurt zum Flughafen gefahren. Die Sorgen um den mindestens zwei Kilo zu schweren Koffer wurden zu nichte gemacht, als mir erklärt wurde, das mein Limit gar nicht bei 20, sondern bei 30 Kilo lag. Hätte ich doch nicht die Stiefel im Flugzeug anziehen zu brauchen, um den Koffer nicht NOCH schwerer zu machen. Zum Glück musste ich die aber beim Security-Check auch nicht ausziehen, das wäre bei dem Wetter sonst für alle Beteiligten unangenehm geworden befürchte ich.

Der Flug war auch relativ entspannt, wenn man das von einem 10 Stunden Flug so sagen kann. Ich hatte einen Fensterplatz, die meiste Zeit war aber nicht wirklich was Spannendes zu sehen. Kurz nach Abflug gab es dann auch gleich das erste Essen, wobei man die Wahl zwischen koreanischem oder westlichem Essen hatte. Ich habe mich für die koreanische Variante entschieden, wäre ja sonst auch langweilig gewesen.

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Weil ich mir unsicher war, wie ich das Essen handhaben sollte ohne in irgendwelche fettnäpfchen zu treten, habe ich einfach den beiden die noch in meiner Reihe saßen alles nachgemacht (ich glaube das haben die durchaus auch gemerkt, was dann doch wieder etwas unangenehm war). Dazu gehörte auch, das alle Bestandteile der Mahlzeit ordentlich vermischt wurden, was ich sonst unter allen Umständen zu vermeiden versuche, wie die meisten, die schonmal mit mir gegessen haben, wissen dürften. Ich wurde also direkt mit neuen Herausforderungen konfrontiert, bevor ich überhaupt in Korea angekommen war. Ging aber erstaunlich gut. Für die zweite Mahlzeit, die wohl dann nach koreanischer Zeit das Frühstück sein sollte habe ich mich dann für fas Omlette entscheiden, weil ich noch nicht wirklich hart genug drauf bin, um zum Frühstück Kimchi zu essen. Food2

Das kommt aber bestimmt noch. In Seoul angekommen klappte auch alles ganz wunderbar, Visum war in Ordnung (puh) und beim Zoll musste ich nicht, so wie die meisten anderen, meinen Koffer röntgen lassen, sondern durfte einfach vorbei gehen, weil der zuständige Beamte meinte „I trust you“. Soso, gut zu wissen. Ich wurde dann auch gleich von ein Paar Pilots (Studenten, die sich um die Summer School Teilnehmer kümmern) in Empfang genommen. Da aber auch noch andere Teilnehmer eingesammelt werden mussten, hatte ich noch ungefähr vier Stunden Aufenthalt am Flughafen, in denen ich mich ausgiebig umschauen und alles beschnuppern (und fotografieren) konnte.

GegensätzeKakteen

.Sleepy time

Dann ging es mit einem gemieteten Bus mit absolut abgefahrenem Innendesign nach Daejeon.

Bus

Zwischendurch wurde zum Essen an einer Art Rastplatz angehalten, an dem ich allein einfach nur verloren gewesen wäre, aber uns wurde ja fürsorglichst geholfen.

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In Daejeon bekamen wir nach einer kurzen Orientierung unsere Zimmernummern und konnten die Zimmer beziehen. Ich teile mein Zimmer mit einer Japanerin, die zwar kaum Englisch kann und deswegen eher weniger kommunikativ ist, aber trotzdem sehr nett zu sein scheint. Abends habe ich dann mit ganz vielen Mädels hier aus meinem Zimmer-Block (keine Ahnung, wie ich das nennen soll) zusammen gesessen (auf dem Boden versteht sich) und wir haben uns gegenseitig Ausdrücke aus unseren Sprachen beigebracht, das war ziemlich unterhaltsam. Jetzt muss ich sofort ins Bett, sonst kippe ich vom Stuhl.